Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Christian Knorr von Rosenroth und der Pietismus

4.-6. Juli 2024

Interdisziplinäre, internationale Tagung in Sulzbach-Rosenberg

gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung und veranstaltet durch dasInterdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung (Halle) und die Christian-Knorr-von-Rosenroth-Gesellschaft (Sulzbach-Rosenberg), organisiert von Prof.in Dr. Rosmarie Zeller (Basel), Prof. Dr. Gerold Necker (Halle), Prof. Dr. Friedemann Stengel (Halle)

Dank Christian Knorr von Rosenroth (1636-1689) entwickelte sich die Residenzstadt Sulzbach im gleichnamigen Fürstentum seit 1668 zu einer Heimstatt für hermetisch-kabbalistische Traditionen und Praktiken, für eine innovative Religionspolitik sowie zu einem Druckort hebräischer Schriften. Figuren unterschiedlicher kultureller und religiöser Kontexte wie der Hermetiker Franciscus Mercurius van Helmont, der Cambridge Platonist Henry More und der rationalistische Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz haben sich mit Knorr von Rosenroth auseinandergesetzt – und umgekehrt. Zahlreiche Publikationen der letzten Jahre haben die weitreichende Bedeutung Knorrs herausgestellt.

Weitgehend untererforscht ist demgegenüber das Verhältnis Knorrs zu den historisch sowie lokal-territorial differenten pietistischen Denominationen seit Beginn des 18. Jahrhunderts. Mit der Tagung soll zum ersten Mal eine Gesamtschau auf dieses erstaunlich weitreichende Thema gewagt werden. Es wird zu zeigen sein, dass und wie die Pietismen in spezifischen thematischen Kontexten durch Fortschreibungen, Veränderungen und Neueinsätzen an Knorrs Gedanken partizipiert haben. Knorrs Arbeiten wurden, zusammen mit den theosophischen Schriften Jakob Böhmes, im Umkreis von als pietistisch bezeichneten Akteuren (u.a. Friedrich Breckling, Pierre Poiret, Antoinette Bourignon, Jean de Labadie, Katharina von Gersdorff, Friedrich Christoph Oetinger) rezipiert. Die in Sulzbach geplante Tagung möchte mit interdisziplinärer Ausrichtung und auf verschiedenen kulturhistorischen Gebieten wie Musik, Medizin, Alchemie, Theologie und Frömmigkeitspraxis, die bisher nur verstreut betrachteten Impulse und Rezeptionen Knorr von Rosenroths in den Pietismen bündeln und vertiefend betrachten. Es wird der Frage nachgegangen, ob den Beziehungen und Rezeptionen Knorrs nicht eine zentralere Wirkmächtigkeit für die pietistische Bewegung und damit auch in der 18. Jahrhundertforschung einzuräumen ist, als dies bislang der Fall war.

Programm

Donnerstag, den 4. Juli 2024

Ehemalige Synagoge, Synagogenstr. 9

18.00 ROSMARIE ZELLER, Präsidentin der Knorr von Rosenroth-Gesellschaft FRIEDEMANN STENGEL, Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Pietismusforschung der Martin-Luther-Universität Halle-WittenbergBegrüßung

18.30 „Gemüther auf / hinauff zur Sonnen“ – Lieder aus Christian Knorr von Rosenroths Neuem Helicon. Ein Konzertabend mit ANNA MORITZ (Sopran, Leipzig), MARTIN STEUBER (Gitarre, Leipzig), WOLFGANG HIRSCHMANN (Moderation, Halle)


Freitag, den 5. Juli 2024

Großer Rathaussaal, Luitpoldplatz 25

9.30 STEFAN FRANK, 1. Bürgermeister der Stadt Sulzbach-Rosenberg Begrüßung

ROSMARIE ZELLER (Basel) Knorr von Rosenroth im Kontext. Zur Einführung

10.15 ANDREAS DEPPERMANN (Dorsten) „In vertrauliche freundschafft gekommen“ – Johann Jacob Schütz und Christian Knorr von Rosenroth

11.00 Pause

11.30 GEROLD NECKER (Halle) Englische Perspektiven: Die ‚Kabbala Denudata‛ bei Thomas Burnet (1635-1715)

12.15 Mittagspause

14.00 LUSDEMAR JACQUEZ RIVERA (Berlin) The Kabbalistic Readings of Christ in ‚Kabbala Denudata‘ and their Influence on the Christologies of Henry More, George Keith and Anne Conway

14.45 BERND ROLING (Berlin) Die englische ‘Cabala christiana’ und die deutschen Pietisten

15.30 Pause

16.00 ELISA BELLUCCI (Domodossola) Kabbalistic Influences on „Pietistic“ Millenarian Expectations and especially on the Petersen’s Ideas

16.45 ELKE MORLOK (Frankfurt a. M.) Kabbala als Diskursraum in Sulzbach und in der pietistischen Mission in Halle

17.30 Pause

17.45 MATTHIAS MORGENSTERN (Tübingen) Littera vivificans. Kabbalistische Kreuzestheologie im württembergischen Frühpietismus am Beispiel der Bad Teinacher Lerntafel der Prinzessin Antonia von Württemberg


Samstag, den 6. Juli 2024

Großer Rathaussaal, Luitpoldplatz 25

9.00 NORA BLUME (Halle) „… dass selbst Christus und auch die Aposteln immer wieder der Hebräischen Kabbala folgten“ – Johann Franz Buddes (1667-1729) Verteidigung der Kabbala

9.45 CLAUDIA WEIẞ (Halle) Theosophisch-alchemischer Wissensaustausch um 1700. Verbindungslinien zwischen dem Halleschen Waisenhaus, Friedrich Breckling in den Niederlanden und dem Sulzbacher Hof

10.30 Pause

11.00 IRMGARD SCHEITLER (Würzburg) und ROSMARIE ZELLER (Basel) Die Rezeption der Lieder Knorrs in pietistischen Gesangbüchern

11.45 FRIEDEMANN STENGEL (Halle) „Hiobs Kreuz schmeckt besser“? Oetingers theosophische Kabbala

12.30 Schlussdiskussion


Die Vorträge am 5. und 6. Juli 2024 sind digital zugänglich:


Programm zum Download
knorr_tagung_2024_pietismus_programm.pdf (569,6 KB)  vom 31.05.2024

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